500h – Identifizierung der Marken mit dem I. Spiraltyp aus Platte II
Anlass für diesen Artikel war der Umstand, dass mir in den vergangenen Jahren auf Sammlerbörsen mehrfach falsch bestimmte Marken mit dem I. Spiraltyp des Wertes 500 Heller begegnet sind, die laut Beschreibung aus Platte II stammen sollten. An Fachliteratur herrscht Mangel, und auch in den verfügbaren Quellen sind die Abbildungen ungenau, was die Identifizierung erschwert. Ziel des Artikels ist es, den Sammlern umfassende Informationen für die genaue Bestimmung der Markenfelder mit dem I. Spiraltyp des Wertes 500 Heller aus Platte II an die Hand zu geben.
Einige Feststellungen vorweg
In der grundlegenden Typenunterscheidung kommen bei den meisten Marken der V. Zeichnung Marken mit zwei Spiraltypen vor – konkret bei den Werten 5 h blaugrün, 15 h ziegelrot, 25 h violett, 75 h graugrün und 500 h braun.

Auf manchen Druckplatten kommen beide Spiraltypen zugleich vor und bilden in Streifen oder Blöcken die sogenannten verbundenen Spiraltypen (STs). Der Wert 500 h wurde aus zwei Druckplatten gedruckt. Während alle 100 Marken der Platte I den I. Spiraltyp aufweisen, haben bei Platte II 98 Marken den II. Spiraltyp und nur 2 Marken den I. Typ – auf den Markenfeldern 32 und 35:

Gestempelte Marken des I. Typs aus Platte I gehören zu den gewöhnlichen Marken. Marken mit dem I. Spiraltyp aus Platte II haben eine weit höhere Katalognotierung; ungebrauchte Stücke werden auf Auktionen gehandelt.
Identifizierungsmerkmale des Feldes 32 (Platte II)

- a) die obere Ecke der Ziffer 5 berührt den Rand des Wertschildes, im unteren Teil der ersten Null befindet sich eine keilförmige Kerbe
- b) eine Kerbe im Rahmen über der rechten oberen Eckspirale, vorstehende rechte obere Ecke
- c) vorstehende linke obere Ecke
- d) charakteristische Gruppierung von Punkten über dem Dom
Identifizierungsmerkmale des Feldes 35 (Platte II)

- a) II. Typ des rechten Rähmchens (das Rähmchen reicht in die Bindung hinein)
- b) die obere Ecke der Ziffer 5 berührt den Rand des Wertschildes mit einer charakteristischen Verformung
- c) beide Nullen haben im oberen Teil farbige Fortsätze
- d) an der linken Seite des dritten Turms zwei Strahlen übereinander mit zwei Punkten über dem oberen Strahl; eine Kerbe im zweiten Turm von der rechten Seite; charakteristische Gruppierung von Punkten über dem Dom
Bei der Herstellung der Platte II ging man von denselben Vorlagen aus wie bei Platte I, deshalb stimmen einige Kontrollmerkmale des Feldes 35 bei Marken der Platte I und der Platte II überein. Es kommt vor, dass eine Marke vom Feld 35 aus Platte I irrtümlich als Marke aus Platte II bestimmt wird.

Die Identifizierung des Feldes 35 aus Platte II ist dabei einfach: Stimmt die untersuchte Marke mit der Abbildung überein, genügt es, den Typ des rechten Rähmchens zu prüfen. Eine Marke aus Platte I hat ihn im I. Typ (das Rähmchen reicht nicht in die Bindung), eine Marke aus Platte II im II. Typ (das Rähmchen reicht in die Bindung).

| Feld 35, Platte I | Feld 35, Platte II |
|---|---|
| I. Typ des rechten Rähmchens (das Rähmchen reicht nicht in die Bindung) | II. Typ des rechten Rähmchens (das Rähmchen reicht in die Bindung) |
| Der Buchstabe M in MUCHA hat kürzere Beine, der Buchstabe A ein kürzeres linkes Bein | MUCHA ohne sichtbare Beschädigungen und Verformungen |
| Rechte obere Ecke der Marke abgestumpft (abgeschrägt) | Rechte obere Ecke ohne Abschrägung, mit leichter Verformung |
| Abweichende Gruppierung von Punkten über dem Dom | Für dieses Feld charakteristische Gruppierung von Punkten über dem Dom |
Auch die genannten Feststellungen schließen nicht aus, dass es am besten ist, sich mit seinen Funden an die Verbandsprüfer zu wenden.
Verwendete Literatur: Karásek – Hradschin (1986) · Hamr, Škaloud – Rukověť pro sběratele Hradschin (1998) · www.knihtisk.org