Zwei 15-h-Marken der Druckplatte VII auf einem Brief — Humpolec, 3. August 1919

Ein seltener Zugang zur Dokumentation des 15-h-Werts ist ein Briefumschlag, adressiert an Fräulein Anička Dvořáková, "t. č. u Junka" (damals im Hause Junek wohnhaft), in Čakovice bei Pelhřimov, gestempelt HUMPOLEC am 3. August 1919. Die Frankatur besteht aus zwei 15 h ziegelrot, ungezähnt — und beide Marken stammen von der siebten Druckplatte (Platte VII), der seltensten aller sieben Platten dieses Werts.

Rückseite des Umschlags mit der Frankatur von zwei 15h-Marken und den Humpolec-Stempeln
Die Rückseite des Umschlags (die Verschlussklappe): beide 15 h-Marken zusammen aufgeklebt, gestempelt HUMPOLEC, 3. August 1919.

Ein interessantes Detail: Der Absender klebte beide Marken auf die Rückseite des Umschlags — auf die Verschlussklappe — statt auf die Vorderseite mit der Adresse, wie es üblich war.

Vorderseite des Umschlags mit der Adresse
Die Vorderseite des Umschlags mit der Adresse: "Velectěná slečna Anička Dvořáková, t. č. u Junka, Čakovice u Pelhřimova" (Werte Fräulein Anička Dvořáková, derzeit im Hause Junek, Čakovice bei Pelhřimov).

Frankatur und Tarif

Die zwei 15-h-Marken ergeben zusammen 30 h. Das Datum, der 3. August 1919, fällt in die Tarifperiode II (15. Mai 1919 – 14. März 1920), in der ein gewöhnlicher Brief bis 20 g 25 h kostete, zuzüglich 5 h für je weitere 20 g. Die Frankatur von 30 h entspricht damit genau einem Brief der nächsthöheren Gewichtsstufe (bis 40 g) — es handelt sich also nicht um eine zufällige Verdopplung der Marke, sondern um die korrekte Freimachung eines schwereren Briefs.

Druckplatte VII — die seltenste der Serie

Die siebte Druckplatte des 15-h-Werts ist mit Abstand am schlechtesten dokumentiert: Die Aufzeichnungen der Website umfassen nur 122 zugeordnete Exemplare, die 70 der hundert Felder der Platte abdecken (selbst bei den am besten belegten Feldern liegen nur rund vier Exemplare vor). Die Zuordnung stützt sich bei dieser Platte auf den manuellen Vergleich durch den Sammler anhand der katalogisierten Unterscheidungsmerkmale: Die beiden hier dokumentierten Exemplare entsprechen Feld 9 und Feld 19 der Platte VII.

Detail der Marke, Feld 9/VII, mit dem Humpolec-Stempel
Feld 9/VII, mit dem Stempelabschlag HUMPOLEC.
Detail der Marke, Feld 19/VII, mit dem Humpolec-Stempel
Feld 19/VII, mit dem Stempelabschlag HUMPOLEC.

Eine interessante Randbemerkung: Platte VII ist auch typologisch bemerkenswert einheitlich — die überwiegende Mehrheit der bisher erfassten Exemplare (98 von 100 bewerteten Feldern) gehört zum Spiraltyp IIs und zum Querstrichtyp Ip, derselben Kombination wie beide Marken dieses Briefs; andere Typkombinationen kommen auf dieser Platte nur vereinzelt vor (Felder 13 und 93).

Zwei verschiedene Felder einer so spärlich dokumentierten Platte, zusammen auf einem einzigen Brief und mit vollständigem Verwendungsdatum, machen dieses Stück zu einem der bedeutenderen Zugänge der 15-h-Dokumentation.

1. September 2026