Sammlung und Methode
Diese Website beruht auf einem langjährigen spezialisierten Studium des Wertes 15h der Ausgabe Hradschin. Damit die Zahlen und Rekonstruktionen Gewicht haben, wird hier beschrieben, woher die Daten stammen und wie sie entstehen.
Umfang des Materials
Die Statistiken beruhen auf der Erfassung von 21 239 bestimmten Marken zu 15h (Stand 7/2026), von denen 6 243 einen lesbar datierten Stempel tragen. Die Rekonstruktionen der Druckplatten stützen sich auf 8 012 Marken mit bestimmtem Markenfeld — von den vollständigen tiefen Rekonstruktionen der Platten I und II (20–55 Stück je Position) bis zur Referenzbibliothek der seltenen Platte VII (122 Stück auf 70 Positionen).
Wie die Rekonstruktionen entstehen
Jedes Exemplar wird gescannt und auf den roten Rahmen der Zeichnung registriert, in ein einheitliches Format, sodass die Einzelheiten der Zeichnung bei allen Marken an derselben Stelle liegen und sich die Positionen nebeneinander vergleichen lassen (siehe Feldvergleich). Das Material stammt aus Albumblättern, Rekonstruktionsbogen, Streifen und Blocks sowie aus losen Zusammenstellungen; bei Streifen und Blocks wird die Bestimmung über die Nachbarschaft der Felder überprüft (waagerechter Nachbar +1, senkrechter +10), was schon mehrfach einen Fehler in der Bestimmung aufgedeckt hat.
Die Qualität sichert eine mehrstufige Kontrolle: Übersichtsmontagen jeder Charge, Erkennung von Überschneidungen, Quervergleiche zwischen den Platten und — bei Platten mit ausreichendem Material — statistische Positionsmodelle, die eine blinde Überprüfung der Bestimmung ermöglichen.
Bestimmung von Hand und maschinelle Bestimmung ergänzen einander. Jede Marke bestimme ich vor allem klassisch — mit der Lupe und durch den Vergleich der Plattenmerkmale mit der Referenzbibliothek, so wie es die Hradschin-Spezialisten seit Jahrzehnten tun. Daneben nutze ich auch eine automatisierte, auf künstlicher Intelligenz beruhende Erkennung, die als zweite, unabhängige Meinung und als schnelle Vorsortierung größerer Materialmengen dient.
Wie funktioniert die automatische Erkennung? Vereinfacht gesagt: Der Computer hat aus Tausenden von Hand bestimmter Scans „gelernt“, die einzelnen Markenfelder zu erkennen. Jeder Scan wird zunächst genau auf den Rahmen der Zeichnung ausgerichtet, damit die Details immer an derselben Stelle liegen. Aus dem Bild zieht er dann die winzigen, mit bloßem Auge leicht zu übersehenden Abweichungen der Zeichnung heraus — eben jene, durch die sich die Felder einer Buchdruckplatte voneinander unterscheiden — und vergleicht sie statistisch mit allen Referenzpositionen. Das Ergebnis ist kein Urteil, sondern eine Liste der wahrscheinlichsten Positionen mit einem Maß an Sicherheit; bei Platten mit ausreichendem Material trifft das Modell auf Anhieb in etwa 9 von 10 Fällen. Das letzte Wort hat aber immer die Kontrolle von Hand — keine Bestimmung halte ich für gültig, solange ich sie nicht selbst bestätigt habe.
Quellen
- Monografie československých známek č. 1 (Dr. Kubát, 1968)
- Karásek — Hradčany (1986)
- Hamr, Škaloud — Rukověť pro sběratele Hradčan (1998)
- Kataloge POFIS und MERKUR; Filatelistická revue 10–11/1934 (Lešetický)
- eigenes Archiv und Sammlung des Autors
Autor: Josef Matoušek, Philatelist und Hradschin-Spezialist — pepa.matousek@gmail.com. Für Zusammenarbeit und Material danke ich meinen Kollegen, insbesondere Jozef Džubák, Jaroslav Michalík, Johan Sevenhuijsen und Mark Wilson.